Artikelupdate: 15.06.2011 – Kaufempfehlungen hinzugefügt.
Feuerwerke Filmen. Wie bei der Feuerwerksfotografie gilt es auch beim filmen, Blende, Verschlusszeit- und ggf. die Verstärkung (> 0dB) den Begebenheiten vor Ort manuell anzupassen. Einige Modelle, egal ob Foto-/ oder Videokamera, bieten die Möglichkeit voreingestellte Programme zu speichern. Anfänger der Feuerwerksfotografie könnten sich diese Möglichkeit zu nutze machen. Aber wie erwähnt, es ist erforderlich vor Ort alle Einstellungen noch einmal zu kontrollieren. Und wenn man den Dreh raus hat, klappt das aus dem FF.
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Erster und wichtigster Schritt beim Filmen eines Feuerwerks ist die Verschlusszeit anzupassen um Bildrauschen weitestgehend auszuschließen. Hier bist Du mit einem Wert von 1/50 oder 1/100 sehr gut beraten. Die meisten Camcorder jedoch unterstützen lediglich einen Wert von 1/100.
Die Blende sollte auf einem Mittelwert eingestellt werden da in der Regel nicht vorherzusehen ist, welche Effekte der Pyrotechniker in seinem Programm schießen wird. Stelle demzufolge die Blendeneinstellung bei einer Verschlusszeit von 1/50 zwischen (F/2,0 und 3dB [Verstärkung]) ein und korrigiere ggf. nach oben oder unten. Bei einer Verschlusszeit von 1/100 darf die Blende in die Verstärkung gehen. Bei meiner Panasonic sind es 9dB bis 12dB.
Die Verstärkung [OPEN] verstärkt das Licht weshalb helle Effekte überstrahlt werden. Dieser Bereich ist besonders interessant, wenn der Pyrotechniker ausschließlich Goldeffekte schießt dessen Effekt am Himmel aus verbrannten Kohlepartikel erzeugt wird. Hier stößt der Filmer mit einer Consumerkamera an seine Grenzen und es ist fast schon unmöglich das Bild nicht so stark zu verstärken, das der Effekt seine schärfe beibehält. Abstriche muss man also einkalkulieren.
Sollte doch ausschließlich (zum Beispiel im Finale) Gold verschossen werden, stell die Verschlusszeit auf 1/50 und die Blende in den Verstärkungmodus von über 9dB oder noch höher. Beachte aber, durch die Verstärkung verstärkt sich auch das Rauschen weshalb hier sehr sparsam umgegangen werden sollte.
Allgemein gilt, je näher sich die Lichteffekte im Farbspektrum Richtung “weiß” bewegen, je geschlossener die Blende: Blaue Effekte benötigen mehr Licht (1/100 | OPEN [12dB]) als beispielsweise grüne Effekte (1/100 | OPEN [6dB]).
All diese Angaben sind zu Kameramodell unterschiedlich. Auch kommt es auf die Entfernung an. Die Einstellungen sind auf 1km Entfernung anders als auf 300 Meter.
Das Nachfolgende Video wurde mit einer Verschlusszeit von 1/100 und einer Blende im Verstärkungmodus [12dB] gefilmt. Entfernung 380 Meter.
Als Low-Light bezeichnet man das Verhalten einer Kamera bei Dunkelheit. Wieviel lässt der Sensor bei wenig Lichteinfall durch und wie hoch ist die Rauschbildung.
Für Professionelle Feuerwerkvideos die womöglich als Referenz genutzt werden sollen, also im Auftrag eines Pyrotechnikers entstehen, muss tiefer in die Tasche gegriffen werden. Ein High-Definition (HD, Full-HD) Film verzeiht keine Fehler.
Solltest du nicht wissen welche Kamera für dich in Frage kommen könnte, empfiehlt es sich die Website slashcam.de etwas genauer anzusehen. Hier findest du ausführliche Tests und detaillierte Bewertungskriterien sowie die Wichtigen 12 Lux Testfotos.
Das Richtige Gerät zu kaufen ist schwierig und natürlich Budgetanhängig. Direkte Tipps kann ich selber nicht geben da es natürlich auch darauf ankommt, was man mit dem Gerät anstellen möchte. Was ich aber kann ist aus Erfahrungen sprechen. Von Freunden berichten die das eine oder andere Feuerwerk fotografieren oder filmen.
Digitale Spiegelreflexkameras gibt es einige. Wer allerdings auf Qualität achtet, kommt an einer SLR nicht vorbei. Hier würde ich mit einer EOS 550D beginnen die es im Kit inkl. EF-S 18-55mm 1:3,5-5,6 IS Objektiv (bildstabilisiert) bei Amazon recht Preiswert zu kaufen gibt.
Link amazon.de: Canon EOS 550D oder nur das Body ohne Objektiv
Diese macht recht brauchbare Fotos die für den Gelegenheits-Feuerwerkfotografen ausreichen sollte. Da Sie noch eine Videofunktion in Full-HD besitzt, ist sie quasi ein “all-rounder” für relativ wenig Geld.
Wer allerdings Wert auf gute Fotos und Topp Videos legt, dem empfehle ich die Canon EOS 60D im Kit inkl. EF-S 17-85 IS USM Objektiv (bildstabilisiert).
Link amazon.de: Canon EOS 60D oder nur das Body ohne Objektiv
Ein absolutes Topp-Modell mit einem guten Weitwinkel-Objektiv im Kit. Ich liebäugle auch schon mit diesem Ding denn Sie erfüllt im Endeffekt alles das was ich benötige.
Wer allerdings richtig Asche hat der greift natürlich zu Profizeug. Auch hier sind die Grenzen nach oben hin offen, aber übertreiben muss man nicht. Denn Fotos machen alle hier gezeigten recht gute. Die Canon EOS 5D Mark II ist da genau das Richtige. Hier ohne Objektiv denn wer sich eine derartige Kamera kauft, gibt sich auch nicht mit Kits zufrieden.
Link amazon.de: Canon EOS 5D Mark II
Nach oben ist natürlich alles offen. Dennoch sollte man wissen, wer es hauptsächlich nur auf Feuerwerke abzielt, muss sich keine Canon EOS 1D Mark IV kaufen. Das Geld würde ich dann doch lieber in ein gutes L-Objektiv stecken.
Im Videosektor ist vieles ganz anders. Die folgenden Empfehlungen besitzen alle ein gutes Low-Light Verhalten was bei Feuerwerken neben der Schärfe das Wichtigste ist.
Das 1. Modell ist die Panasonic HDC-SD909EGK Full HD welche mit einem guten 35 mm Weitwinkel und klasse Low-Light daher kommt. Gestochen scharfes Bild und Goldeffekte nimmt sie relativ gut mit. Und das alles noch unter 900 Euro. Ein anderes Modell würde ich garnicht empfehlen wollen denn diese Kamera besitzt einen Objektivring der verschiedenartig eingesetzt wird. Zoom, Schärfe, Blende. Wichtig!
Link amazon.de: Panasonic HDC-SD909EGK
Wer sich nun allerdings nicht mit so kleinem Zeug zufrieden gibt, der greift richtig in die Tasche und bekommt alles das was ein Topp-Ergebnis verlangt. Schau einfach mal hier nach: Camcorder Profisektor.
Ich könnte nun diesen Part des Artikels bis ins Unendliche ziehen, was jedoch dem Schnellstarter nichts bringt. Deshalb gibt es nun kurz, zusammengefasst die Wichtigsten Einstellungsmöglichkeiten die je nach Begebenheit angepasst werden “sollten”.
Da wir nun den Umgang mit der Belichtung etc. grob behandelt haben, kommen wir nun zum Punkt, wie filme ich ein Feuerwerk ohne das es dem Zuschauer nervt.
Faustregel: Bitte auf den Autofokus verzichten (!!!) Fokussiere den Abbrenner bzw. die Position, von der das Feuerwerk geschossen wird oder Fokussiere umliegende Gebäude oder Straßenbeleuchtung die in etwa auf gleicher Entfernung stehen und behalte die Einstellungen bei. Zoom dazu auf das Objekt, stelle scharf und Zoom zurück. Am besten eignet sich das Licht zur Abenddämmerung.
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Des Weiteren ist ein Feuerwerk kein Actionfilm mit rasanten und unkontrollierten Kameraschwenks und Zoom-Attacken sondern sollte entspannend wirken. Ein Feuerwerk, egal welcher Dimension, ist ein Kunstwerk welches auch so gefilmt werden sollte wie es der Künstler (Pyrotechniker) in den Himmel zaubert. Das Feuerwerk auf Video soll dem Zuschauer das Gefühl vermitteln, mitten drin zu sein, dennoch von sicherer und überschaubarer Position es nochmal zu einem Erlebnis werden zu lassen.
Die Geschmäcker sind wie bei so vielem auch hier total verschieden. TV-Produktionen setzen auf eine Mischung aus totaler-, Nahaufnahmen und Überblendungen. Hierbei entsteht für den Betrachter ein verfälschtes Bild. Ein Gemälde zeigt man auch vollständig und keinen Bildausschnitt davon.
Derartige Produktionen spiegeln auch nicht wirklich das Feuerwerk wieder welches zu diesem Zeitpunkt geschossen wurde. Durch die unterschiedlichen und unkontrollierten Einblendungen verliert man schnell den Bezug zum Feuerwerk und es lässt sich schwer nachvollziehen welche Dimension das gezeigte Feuerwerk ursprünglich hatte.

Es ist demzufolge empfehlenswert, ein Feuerwerk aus der Totalen zu filmen. Die Entfernung zu einem Höhenfeuerwerk und einer Brennweite von 4mm liegt bei rund 500 Meter um alles (Breite und besonders die Höhe) auf das Bild zu bekommen.
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Kommt ein Weitwinkel zum Einsatz, so kann grob über den Daumen gepeilt von “maximale Steighöhe = Entfernung” gesprochen werden.
Wenn dennoch etwas Dynamik erforderlich ist, um z.B. Fontänen, aufsteigende Kronen, Bengalfeuer (kurz, Bodenfeuerwerk) auf Video festzuhalten, ist das verwenden zweier Kameras zu empfehlen. Beide Kameras haben ihre eigene Aufgabe: Kamera (A) filmt das Feuerwerk aus der Totalen und sollte während des gesamten Feuerwerks nicht bewegt werden (Weitwinkel). Kamera (B) ist für das Bodenfeuerwerk oder einzelne Bomben am Himmel (Detailaufnahmen) zuständig.
Generell ist es zu empfehlen, ein Stativ zu verwenden um ein zitterndes Bild zu vermeiden. Wie ein Stativ verwendet wird muss ich sicherlich nicht erwähnen. Was ggf. noch wichtig wäre zu erwähnen; wenn sich eine Bombe am Himmel über dem Bildausschnitt zerlegt, nicht ruckartig nach oben schwenken sondern lieber diesen Effekt auslassen und langsam nach oben schwenken. Nicht jede Bombe des gleichen Typs steigt gleich hoch.
Wie oben schon angesprochen, für die Fokussierung gibt es einen Trick der bei den meisten Kameras genutzt werden kann. Der Punkt der fokussiert werden muss sollte die gleiche Entfernung haben wie die Effekte am Nachthimmel. Das funktioniert jedoch nur wenn man auch weiß wohin man Fokussieren muss. Man sollte demzufolge wissen in welcher Entfernung das Feuerwerk geschossen wird. Weiß man das nicht, muss auf das Feuerwerk gewartet werden oder schaut sich am Tag nach dem Abbrenner um.
Gehen wir davon aus, du weißt in welcher Entfernung das Feuerwerk geschossen wird: Halte die Kamera auf eine Lampe (Straßenlaterne) oder auf einen beleuchtetes Objekt gleicher Entfernung oder am Tag direkt auf den Abbrenner. Zoom voll drauf und stelle das Objekt scharf. Zoom zurück in die Ausgangsstellung und halte die Einstellung bei.
Bitte deaktiviere unbedingt den Autofokus. Die Kamera wird mit den Effekten nicht zurecht kommen und versucht ständig zu Fokussieren weshalb das Bild hin und wieder Unscharf wird.
Alle aktuellen Kameras besitzen einen Bildstabilisator der für eine Stativaufnahme nicht benötigt wird. Der Bildstabilisator stabilisiert zittrige Bewegungen und gleicht diese optisch-/ oder mechanisch aus. Es kann demzufolge gerade bei HD-Camcordern zu unnötiger Schlierenbildung kommen sollte am Stativ nachjustiert werden und der Bildstabilisator ist aktiviert. Jede Bewegung des Camcorder versucht der Bildstabilisator auszugleichen was sich u.a. auch bei Böigen Wind negativ auswirken kann.
Andererseits ist ein Bildstabilisator auch nützlich. Gerade optische Stabilisatoren erweisen sich bei älteren Stativen als nützlich. Durch den optischen Bildstabilisator werden die ruckartigen Bewegungen die entstehen, wenn das Stativ bei der ersten Bewegung klemmt, sanft ausgeglichen. Ich empfehle diesen zu deaktivieren. Das ist ein Punkt der aber vernachlässigt werden kann.
Zu diesem Thema haben die Jungs von DDpix einen ausführlichen Artikel verfasst. Dieser Artikel hat es sogar in die Juni 2010 Ausgabe des kostenfreien Onlinemagazins von PSD-Tutorials.de geschafft.
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